Free #EIHiblu3: Das Bündnis der Aktivist*innen für Menschenrechte fordert die Aufhebung der Anklage gegen drei junge Geflüchtete auf Malta

Es ist kein Verbrechen, die illegalen Rückführungen nach Libyen zu bekämpfen.

 

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Vor einem Jahr brach ein Boot von der Küste Libyens auf, mit über 100 Personen an Bord, um in Europa Sicherheit zu suchen. Nach der Rettungsaktion durch die Besetzung des Handelsschiffes El Hiblu 1 bekam diese jedoch den Befehl von den europäischen Behörden, die Menschen wieder nach Libyen zurück zu bringen. Den 108 Schiffbrüchigen gelang es mit einer Protestaktion an Bord, die Rückführung zu verhindern, und sie brachten die Mannschaft dazu, Kurs auf Malta zu nehmen. Während des Protests gab es keine Verletzten und keinen materiellen Schaden.

In der Öffentlichkeit wurden diese Menschen als „Piraten“ und „Terroristen“ beschrieben, aber als das maltesische Militär an Bord des Schiffes ging, fanden sie schutzbedürftige Menschen vor.

Kaum waren alle in Malta an Land gegangen, wurden drei Jugendliche im Alter von 15,16 und 19 Jahren unter unterschiedlichen Anklagen verhaftet, darunter der des Terrorismus. „Wir flohen aus der Tyrannei und den unmenschlichen Behandlungen in Libyen, um das Leben in Malta wiederzuerlangen“, erklärte einer der drei. Aber statt das zu finden, wonach sie gesucht hatten, wurden sie für acht Monate inhaftiert. Im November 2019 wurden die drei aus El Hiblu gegen Kaution frei gelassen. Jedoch sind sie noch nicht frei. Gegen sie liegen schwere Anklagen vor, die sie ins Gefängnis bringen könnten.

Lucia Gennari von Mediterranea erklärt: „Die europäischen Behörden sollten den Kommandanten der Schiffe nie befehlen, die aus Libyen geretteten Menschen wieder dorthin zurück zu bringen, da dies eine eindeutige Verletzung des internationalen Seerechts und der grundlegenden Menschenrechte darstellt“. Jelka Kretzschmar von Sea-Watch betont: „Der Versuch, eine Rückführung zu verhindern, kann nur als Akt legitimer Verteidigung angesehen werden, mit dem Ziel, das Leben zu verteidigen, und er kann somit nicht bestraft werden“.

Starten wir heute unsere internationale Solidaritätskampagne – Free El Hiblu Three!

Eine Gruppe von Passagieren der El Hiblu, Organisationen, die bei Such- und Rettungsaktionen im Meer tätig sind, Expert*innen des internationalen Rechts, Forscher*innen, Aktivist*innen und Vereine für Menschenrechte auf Malta und in anderen Ländern haben sich zusammen getan, um die sofortige Aufhebung des Prozesses zu fordern. Statt verfolgt zu werden, müssten die drei von El Hiblu gefeiert werden, da sie eine illegale Rückführung nach Libyen verhindert haben.

„Die drei Jugendlichen müssten als Helden angesehen werden. Sie haben es verhindert, dass 108 Überlebende wieder in die unmenschlichen Bedingungen Libyens zurückgebracht wurden“, fügt Maurice Stierl von Alarm Phone hinzu.

 

Weitere Informationen und unsere kurze Dokumentation auf unserer Kampagnenseite: https://elhiblu3.info/

 

Aus dem Italienischen übersetzt von Jutta Wohllaib


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